Männerprobleme und Männersachen

Trauen Sie sich in einem Café eine hübsche Dame anzubaggern? Sind Sie immer der Nette, mit dem Frauen gut reden können oder eher vom Typ "Lonely Ranger" bzw. geht auch beides in einem? Sind Sie im Bett eher der Hochleistungssportler oder "kriegen Sie bald einen Vogel wegen dem frühen Wurm"? Darf "Mann" auch gefühlvoll? Haben Sie gerade Sex oder Stress in der Arbeit? Ist Ihr Penis zu groß oder zu klein und wie wichtig ist das für Frauen? Was ist Frauen überhaupt wichtig? Ist Sex unanständig oder einfach ein riesen Spaß im Leben? Worauf sollte man achten, wenn man es miteinander treibt und ganz offen und nackig voreinander liegt? Was sagt überhaupt der Himmelpapi dazu? Hat er uns mit lustvollen Geschlechtsteilen ausgestattet, damit sie in der Hose verstauben?  

 

Der Mann im 21. Jahrhundert - was isser für ein Typ? Was ist männlich, was ist cool und was ist schlichtweg nur kalt und herzlos? Ist es männlich, sich eine Krawatte ins Gesicht zu hängen und Karriere zu machen, indem man seinen Vorgesetzten in den Hintern kriecht? Ist es männlich, sich nichts gefallen zu lassen und immer gleich drauf los zu prügeln? Hm, gar nicht so leicht das Männern, gell.

Schüchternheit

Beim Anbaggern sind die meisten mehr oder weniger zappelig. Die direkte Anmache im Kaltstart aus einer Situation heraus ist eher was für "die Harten mit großem Bagger im Garten". Auch in früheren Jahrhunderten war es schon üblich, sich erst mal mit Brieflein heran zu tasten, schließlich gilt es ja auch einen möglichen Korb zu verkraften. Heutzutage erleichtert das Internet das Anbalzen erheblich. 

 

Oft sind es auch Frauen, die etwas mutiger sind, wobei dies je nach Generation unterschiedlich sein kann. Bei älteren Generationen lief in der Pubertät gerade die Bürste und der Weichspüler der Emanzipationsbewegung drüber, was die Männlichkeit ein Stück weit durchgerüttelt hat. Jüngere Generationen begegnen sich vielleicht schon auf Augenhöhe. 

 

Wie auch immer, eine gewisse Schüchternheit ist nichts Ungewöhnliches. Es gibt aber Mittel und Wege sie hinter sich zu lassen, denn letztendlich kann sich Schüchternheit auch auf die Sexualität auswirken. 

 

Sexualität

In den Umbruchzeiten der Sechziger/Siebziger war mehr Feuer und Freizügigkeit im Bett. Als sich dieses Feuer legte, wurde es etwas spießiger und langweiliger und in der materialistisch geprägten Businesszeit wurde der Sex kühler und auf Leistung getrimmt. Aus meiner Sicht ist Sexualität ein göttliches Geschenk. Ohne die Lust aufeinander würden wir Egotierchen sonst noch viel mehr vor uns hin einzeln. Sex bedingt, sich körperlich maximal zu öffnen. Man macht sich voreinander nackig und muss seine vermeintlich "niedersten Gefühle" alias der Geilheit zeigen, weil angezogen und ohne Geilheit funktioniert´s nicht gescheit. Diese körperliche Offenheit bietet an, sich auch seelisch voreinander nackig zu machen, mit all seinen Gefühlen, Sorgen, Ängsten, Wünschen, Zielen. Und schwupps, schon geht er auf, der Himmel auf Erden in Form von zwei Herzen! Wer sich also nach dem Sex einfach zur Seite dreht, nimmt sich viel. Das Ratscherle danach macht nämlich noch ein Sahnehäubchen oben drauf! o:)

 

Allerdings sind wir in diesem seelenoffenen Zustand auch schutzlos und verletzlich. Hier kann viel heilen, aber auch genauso viel zertrampelt werden. Dies bedingt somit gegenseitige Wertschätzung, Achtsamkeit und gegenseitiges Einvernehmen bezüglich wie hoch es hergehen soll in Bettenhausen. Das gilt für Langzeitbeziehungen gleichermaßen wie für One-Night-Stand´s. 

 

Potenz

Mann würde gerne mal wieder, der Herzensdame des Hauses geht es ebenso, es geht gemeinsam los, die Lust der Frau steigert sich, doch bei einem selbst verbleibt am unteren Rand des Hemdes: Lummerland, der absolute Supergau in männlichen Hosen! Peinlich und nicht gerade ein Segen für das männliche Selbstbewusstsein und wiederum keine gute Voraussetzung für den nächsten diesbezüglichen Anlauf. Ursachen dafür sind vielfältig.

  • Negativer Stress ist ein Lust- und Potenzkiller,
  • ein freudloses Leben auch,
  • Schüchternheit, mangelndes Selbstvertrauen, Versagensängste,
  • Leistungsdruck bzw. Leistungsgedanken beim Bettsport,
  • eine gewisse Grundkondition/Fitness gehört auch dazu,
  • Blockaden, Angst das Tier rauszulassen
  • Herzschwäche, Erkrankungen am Gefäßsystem, auch die Niere kann eine Rolle spielen,
  • Hormonsystem, Nebenniere, Blutdruck
  • Medikamente wie Blutdrucksenker 
  • etc.

Solange chirurgisch nichts Wesentliches weg geschnibbelt wurde, kann man das Meiste wieder hinkriegen!

 

Ein Mann sein

Im Mann steckt die Aktion, das Aktive, das Abenteuer und die Lust auf das Neue hinter dem Bestehenden, Grenzen überschreiten, Forscher- und Pioniergeist. Das Bewahren, Sichern, Mehren und Aufbauen, Reflektieren, Verstehen. Wissen schaffen bzw. die Wissenschaft an sich ist eigentlich eher weiblich. Bei den alten Griechen war deshalb eine Göttin namens Athene zuständig für Weisheit und Wissenschaft. So reichert sich Sinn und Verstand bei Männern meist erst später an, wenn die große Testosteronbrunft im Leben schon durchgaloppiert ist.

 

Männer sind anfälliger für Hierarchien und da bei uns Männern die weibliche Intuition - ein Gefühl für Richtig und Falsch - nicht so ausgeprägt ist, sind wir leichter hinter´s Licht zu führen. Bisserl loben und vielleicht noch was von Ehre und Vaterland faseln und schon ziehen wir los und hauen uns gegenseitig die Rübe ein - obwohl es hintergründig meist nicht um Ehre, sondern um irgendwelche Macht- und Egospielchen geht. In unseren zivilisierten Breitengraden ziehen wir zwar nicht mehr in den Krieg, aber in unseren Businessgepflogenheiten spiegelt sich dies teils noch wider und so rackern wir halt für unsere Firma, unseren Chef, für Erfolg und Karriere.

 

Männer sind aggressiver, haben eine kürzere Zündschnur. Klopfereien sind somit männlich, aber nicht unbedingt zivilisiert. Ein echter Mann ist mutig und schützt heroisch sich und seinesgleichen. Ein echter Mann hat einen Arsch in der Hose und ordnet sich nicht jedem Mist unter. Er sagt was er denkt und macht was er für richtig hält. Ein echter Mann ist cool, wenn es darum geht, Dinge umzusetzen. Ansonsten hat und zeigt ein echter Mann auch Gefühle. Diese Eigenschaften in Verbindung mit mehr Sinn- und Verstand durch mehr auf das eigene Bauchgefühl hören sowie auf die Meinung der Alten und der "echten", sich Ihrer Intuition bewussten Frauen und schwups dürfte unsere Welt im Kleinen und im Großen bald deutlich besser aussehen als heute! o:)

 

Mann, Frau, bi, homo, trans ... egal

Ein japanisches Sprichwort lautet: "In die Form und aus der Form". Ein Japaner versucht erst mal das Bestehende bestmöglich zu erlernen und erst wenn er das kann, wächst er darüber hinaus zu neuen Ufern. Wir sind als Gesellschaft über das bloße Selbstverständnis von Mann und Frau schon hinaus gewachsen. Wie das chinesische Yin & Yang-Zeichen zum Ausdruck bringt, tragen sowohl Männer als auch Frauen männliche und weibliche Anteile in sich. Diese Anteilsmischung ist in jedem von uns unterschiedlich gewichtet. Und so geht unsere menschliche Vielfalt vom testosterongeschwängerten Brunftolore über die Veranlagung zu einem bi-, homo-, oder transsexuellen Selbstverständnis bis zum weiblichen Archetypen. Über dem bloßen Mann- und Frau sein wächst dann noch beiden Geschlechtern gemeinsam ein kultivierter, zivilisierter und sozialer Mensch heran. Und last but nicht zuletzt wird das ganze Gebilde noch von unserer Individualität umfasst, unserer ureigensten, genetisch-seelischen Charaktermischung, mit der wir als Mensch gebacken wurden.