Lebenssinn und Religion

Immer das tun, was von einem erwartet wird, ohne den Sinn dahinter zu verstehen? Das wurde mir eines Tages zu dumm, denn der Lebenssinn von der Mainstream-Stange meiner Geburtsreligion war mir an manchen Stellen zu seicht. So stemmte ich gedanklich trotzig meine Ärmchen in die Hüften, stampfte auf den Boden und sprach: "Also ich bin doch hier nicht der Kasper. Wenn mir keiner einen vernünftigen Sinn dieser Veranstaltung namens Mensch auf Erden rüber bringt, dann mache ich hier, was ich will: Ich fresse und saufe wie ein Loch und gehe in den Puff!". Daraufhin habe ich viel, aus verschiedenen Bereichen gelesen und mir viele eigene Gedanken gemacht. Siehe da, es hat mich nicht der Blitz erschlagen und ich war auch nicht im Bordell.

Sinnsuche

Bei der Suche nach dem Sinn des Lebens ist man im Prinzip komplett auf sich gestellt. Hier gibt es keine Wissenschaft, die irgendwas beweisen oder nachvollziehen könnte. Und nur weil viele in die gleiche Richtung rennen, ist das kein Gradmesser für Wahrheit. Sonst dürfte es nämlich nur eine Weltreligion geben! Außerdem entscheidet offenbar eher der Geburtsort, ob man Christ, Muslime oder Buddhist ist. Wäre der eifrige Christ statt in Polen in Arabien zur Welt gekommen, so wäre er dort vermutlich ein eifriger Muslime.

 

Der einzige Wahrheits-Gradmesser auf den man vertrauen darf, ist das eigene Bauchgefühl und der gesunde Menschenverstand. Liest man damit spirituelle Literatur, dann bekommt man im Laufe der Zeit ein Gespür für Mist, Sinnvolles und Wahrhaftiges. Hilfreich ist es dabei, sich vorzustellen, dass Christus oder gerne auch Mohammed neben einem sitzt und zu überlegen, was er zu bestimmten Themen sagen würde. Man kann sich auch fragen: Was könnte der liebe Gott damit bezwecken? Würde das ein lieber Gott beziehungsweise der liebe Gott wollen? ...

Nein, weil nicht lieb, hart, unmenschlich! Na dann handelt es sich wohl eher um die Umsetzung von Ideen der Götter der Gegenseite, oder? o:)

 

Also ich kann Ihnen sagen, mit dieser Denkweise kommt man echt weit und findet für sich Sinn-Sicherheit und Stabilität.

 

Grundsatz jeglicher Religion

Aus meiner Sicht steckt in jeder Religion Wahres, denn ohne ein Grundfundament an Wahrheit würde eine Religion mangels Masse eintrocknen. Es findet sich aber auch in jeder Religion mehr oder weniger Egozentrisches, Unstimmiges - sprich Dinge, die mein lieber Gott im Himmel niemals unterschreiben würde. In diesen Fällen steckt noch ein Stück weit der Teufel im Detail. Beispielsweise würde mein lieber Gott niemals unterschreiben, dass Frauen gegenüber Männern nicht gleichberechtigt sind. Leuten mit egozentrischer Gesinnung könnte es hingegen gut in den Kram passen, die weibliche Intuition als ein Gefühl für wahr und falsch abzukanzeln.

 

Den Sinn des Lebens kann man auf verschiedene Art und Weise sowie aus den Lehren verschiedener Propheten herleiten. Alles gut und richtig, aber auch irgendwie zweitrangig. Die Essenz jeglichen Menschseins auf Erden soll und muss allerdings von jeder Religion geachtet und gelebt werden. Und diese Essenz steht ganz klar auf unserer Packungsbeilage bei Geburt:

 

Bei unserer Geburt ist offensichtlich, dass wir kein Esel, Schaf oder Ochse sind, sondern eindeutig ein Mensch! Darin eingeschachtelt ist die Menschlichkeit, die Humanität. Das Wissen darüber, was es heißt, menschlich zu sein, ist in jedem innerlich verankert. Alles was der Menschlichkeit entgegen läuft, widerspricht automatisch dem empfohlenen Verhaltenskodex unserer menschlichen Bedienungsanleitung! Andersherum gesagt:

 

Es ist egal welcher Religion (Sinndeutung) Sie angehören, solange Sie sich menschlich verhalten!