Hintern in der Hose

Dinge ändern sich nicht indem man wegsieht und toleriert. Dinge zu ändern erfordert den Mut Einzelner, der dann immer mehr zum Gemeinsinn Vieler heranwächst. Sie denken, alleine können Sie nichts ausrichten? Hm, es gibt immer den Erstmutigsten, den Zweitmutigsten, den Drittmutigsten, etc. Und wenn es die Sache wert ist und die Zeit reif ist, dann folgt automatisch einer dem Beispiel des anderen. Eine Dynamik entsteht immer aus dem Einzelnen, Kleinen heraus und entwickelt sich anschließend über viele zu einer großen Veränderung. 

Was tun, wenn der Arbeitgeber Eisbergkurs fährt?

Es ist aller Ehren wert, wenn man auf eine konstruktive Art und Weise versucht, Dinge zum Besseren zu wenden. Bei kritikoffenen Führungskräften ist das nicht so dramatisch. Bei gottgleichen Managern mit monarchischem Führungsstil spielen Sie in der Kategorie Edward Snowden oder "Whistle blower". Das erfordert Mut und Hintern in der Hose und könnte etwa wie folgt laufen:

  1. Bevor Sie loslegen, seien Sie sich der Konsequenzen bewusst: Es kann gut sein, dass Sie aus Ihrer Sicht im Recht sind und trotzdem den Kürzeren ziehen. Wir sind ein freies Land. Sowohl Kollegen als auch Chefs haben das Recht weiterhin in einem Unternehmensboot mit einem zweifelhaften Kurs und bescheidenen Unternehmensgepflogenheiten zu rudern. Abgesehen davon muss die eigene Sicht ja nicht immer richtig sein. Wenn sich die Dinge nicht ändern, dann sollten Sie sich (ver)ändern! Die naheliegende Konsequenz ist, dann das Unternehmen zu wechseln. 
  2. Deshalb erst Beiboot sichern (sich über Alternativen zum jetzigen Job klar werden und diesbezüglich vorbereiten).
  3. Mit Betriebsrat über Missstände reden - vielleicht geht ja gemeinsam was zusammen.
  4. In einer konstruktiven Art und Weise auf Missstände hinweisen. Elegant geht es über das Vorschlagswesen. Hier ist Konstruktives ja offensichtlich erwünscht, man äußert sich schriftlich und es muss darauf eingegangen werden.
  5. Ansonsten gegenüber dem direkten Chef - ggf. schriftlich, weil das kann man nicht so leicht unter den Tisch fallen lassen.
  6. Wenn nix passiert in steigender Hierarchie, soweit und so lange Sie Lust und Muße sowie den nötigen Mut haben.
  7. Wenn nix passiert, entweder akzeptieren und damit zurecht finden. Allerdings macht man sich nicht gerade beliebt, wenn man den Teppich lüftet, wodurch der Schmutz darunter zum Vorschein kommt. Dann ist es meist besser bei nächster Gelegenheit von Bord zu gehen, in ein Unternehmen mit gutem Kurs, Klima und Wertschätzung gegenüber Mitarbeitern.

Ein knackiger Hintern in der Hose steht Ihnen auch - sowohl optisch, als auch verhaltenstechnisch! o:)