Ehe, Liebe, Partnerschaft

"Bis dass der Tod euch scheidet" kann manchmal ganz schön lang und weit sein. Wann macht es Sinn, sich zu trennen oder für die Ehe zu kämpfen? Hat Liebe etwas mit kämpfen zu tun oder ist es das Ego, wenn die Teller fliegen? Darf man fremd gehen oder sollte man vielleicht sogar, wenn ein Partner keine Lust mehr hat? Und wenn es zusammen schlichtweg nix mehr ist, gibt es auch eine angenehme Art, sich zu trennen?

Wie miteinander umgehen?

Am besten ehrlich, in guten wie in schlechten Zeiten! Je ehrlicher man miteinander umgeht, desto weniger böses Blut entsteht, wenn es später auseinander geht. Aber auch das hat seine Grenzen und der Partner verliert seinen Anspruch auf fairen Umgang, wenn er seinerseits nicht in der Lage ist, sich halbwegs erwachsen zu benehmen. Also wer massiv durchdreht, eifersüchtelt oder sogar Gewalt androht, verwirkt dadurch sein Recht auf Fairness in Sachen Ehe und Partnerschaft. 

 

Ein Recht auf Fremdgehen?

Fremdgehen ist immer so eine Sache, erhöht nicht gerade die gute Laune in der Bude und stellt erst mal einen ordentlichen Vertrauensbruch dar. Allerdings stellt sich auch die Frage: Hat man als ein Partner ein Recht auf Treue, wenn man über längere Zeit keine Lust auf Sex hat, sich vielleicht gerade noch zu lauem "Gnadensex" herablässt oder sich körperlich so gehen lässt, dass einem der Appetit vergeht? Das ganze womöglich noch in Verbindung mit Dauernörgelei und mieser Laune?

 

Wenn es geht, sollte man derlei offen und ehrlich ansprechen und wenn sich dann nichts ändert, hat man aus meiner Sicht "die Lizenz zum Fremdgehen". 

 

Trennen oder bleiben?

Verzeihen kann man sich gegenseitig viel, wenn man sich liebt. Aber wenn der Kit, das Gemeinsame, das was man aneinander schätzt immer weniger wird, dann wird´s eng. Solange noch eine gemeinsame Wellenlänge besteht, gibt es eine Basis. Wenn nicht, dann wird es entweder lau oder eine Ehe brilliert nur noch in Einzelkategorien, wie zum Beispiel in der Kiste und man hat sich ansonsten nicht viel zu sagen. Doch das muss jeder selbst für sich entscheiden. Hier ein paar Denkanstöße:

  • Fühlen Sie sich geschätzt und geachtet?
  • Auf welchen Ebenen funktioniert es noch?
  • Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach?
  • Ist ein Deal möglich oder sinnvoll: Hier zusammen, hier macht jeder, was er will?
  • Sind Sie noch auf einer gemeinsamen Wellenlänge?

Trennen ist hohe, menschliche Kunst!

Sich verlieben ist einfach, aber sich unter gegenseitiger Achtung und Wertschätzung zu trennen, das ist hohe, menschliche Kunst! Was war das schließlich für eine Liebe, in der irgendwann die Teller fliegen? Ich denke eher das Ende eines beiderseitigen Ego-Agreements nach dem Motto "sich gegenseitig brauchen", "sich gegenseitig begehren", "sich gegenseitig wollen". Aber den anderen in Liebe gehen zu lassen, wenn es ihn woanders hinzieht, das läuft auf einer ganz hohen menschlichen Welle. Da gehen sowohl bei beiden Menschlein als auch im Himmel die Herzlein auf und es verbleibt ein wunderschönes Gefühl der liebevollen Verbundenheit. 

 

Wahre Liebe

Ein großes Wort ganz locker gesprochen. Hier meine Definition:

 

Wahre Liebe ist immer leicht, ohne Ansprüche, unabhängig und frei fließend. Wahre Liebe projiziert nicht eigene Sehnsüchte und Dinge, die einem selbst zur eigenen Ganzheit fehlen auf andere. Wahre Liebe ist niemals begrenzend, besteht aber auf Achtsamkeit gegenüber persönlicher Grenzen des anderen. Wahre Liebe kennt keine Abhängigkeiten und Einschränkungen. 

 

Wahre Liebe muss nicht zu jeder Tages- und Nachtzeit harmonisch verlaufen, beinhaltet aber alles, was man dazu braucht, um in die Harmonie zurück zu finden. Wahre Liebe äußert sich in Form von Toleranz, Mitgefühl, Verbundenheit, aber auch in Form von gemeinsamem Körpergefühl. Wahre Liebe erfreut sich am Gemeinsamen, am Miteinander, am Vertrauten - schätzt aber stets das Individuelle und Andersartige. Wahre Liebe verbindet, aber sie bindet nicht. 

 

Unsere Wege sind manchmal seltsam und mit bloßem Verstand nicht nachvollziehbar. Jedem ergibt sich von Innen heraus ein eigener, anderer Weg zu erkennen. Diesem sollte jeder folgen, denn er erschließt sich von eigener, höherer, innerer Warte. Wahre Liebe akzeptiert die inneren Wege des anderen und bekräftigt sie/ihn dabei - selbst wenn derlei Wege aus einer lieb und teuer gewonnenen Partnerschaft heraus führen. Wahre Liebe kann sich auch in Liebe vom anderen trennen und sie/ihn seiner Wege ziehen lassen. 

 

Wahre Liebe erstreckt sich über alles: andere Menschen, Tiere, Pflanzen, Dinge ...

 

Alles andere ist vermutlich ein Weg dort hin. Schließlich sind auch Irrwege wertvolle Teile des Weges. Denn aus der Erfahrung, wo es nicht lang geht, kann man ableiten wo es langgehen könnte.

 

Kann gut sein, dass wahre Liebe unser eigentliches Ziel ist und das menschliche Leben der Weg.

 

 

 

Ehe ist ein gegenseitiges Versprechen, das man nicht zu leicht nehmen sollte, aber auch nicht zu schwer!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Jeder Mensch ist zu jeder Zeit frei - solange er nicht die Freiheit und Grenzen anderer übertritt.